
Bernhard Kellermann
Der 9. November
504 Seiten, Hardcover mit Schutzumschlag
Mit 1 Abbildung
Format: 13,5 × 20,5 cm
Euro 48,00 [D]
ISBN 978-3-96662-388-9
LIEFERBAR
Einer der Erfolgsromane des Autors, der von den Nazis verbrannt wurde.
Zum Text
Der 26jährige Wiener Physiker Dr. phil. Erik Gyldendal kann weder die Frauen verstehen noch kommt er mit seinen Eltern zurecht. Handlungsort ist Wien. Der Bankier Gyldendal finanziert die Forschungen seines einzigen Sohnes Erik. Der junge begabte Physiker untersucht die Wirkung der Röntgenstrahlen auf Tiere. Seine Resultate werden von den Koryphäen unter den Wiener Physikern anerkannt. Erik darf an der Wiener Universität ein paar Wochenstunden vor einem überschaubaren Hörerkreis dozieren und wird schließlich außerordentlicher Professor, ein Akademiker, der aber noch nie eine Frau berührt hat. Da lernt er während seiner Vorlesung die schöne junge Russin Dina Ossonskaja kennen. Erik muß dieses Rasseweib unbedingt besitzen, denn die »Bestie des Geschlechts« peinigt ihn. Doch der Physiker verdirbt alles mit seinem dummen Gerede. Dabei wartet Dina nur auf ein einlenkendes Wort. Das kommt nicht und die Beziehung zerbricht. Ernst Weiß schreibt am 5. Juli 1912 an Martin Buber: »Die Grundidee war: Es sind Menschen aneinander gebunden … die zweite Idee: Der Held ist der brutalste Egoist.« Daraus folgt seine »Vereinsamung«. Aus dieser flieht Erik in den Tod.
Der Text des Neusatzes folgt der Ausgabe 1922, erschienen im S. Fischer Verlag Berlin. Die originale alte deutsche Rechtschreibung wurde beibehalten.
Zum Autor
Bernhard Kellermann (1879-1951) Schriftsteller, begann 1899 an der Technischen Hochschule in München sein Studium, später studierte er Germanistik und Malerei. Ab 1904 machte er sich einen Namen als Romanautor, als eines seiner frühen Werke einem außerordentlichen Erfolg hatte. In den Jahren vor dem Ersten Weltkrieg erschienen Romane und Reiseberichte im Anschluß an Reisen in die USA und Japan. 1913 erschien sein Hauptwerk »Der Tunnel«. Es war für den Autor und seinen Verlag ein Riesenerfolg: Die Gesamtauflage überschritt eine Million, und das Werk wurde in 25 Sprachen übersetzt. In Rußland wurde es bis 1932 immer wieder gedruckt. Das Buch wurde viermal verfilmt: 1915, 1933 sowie schließlich 1935 als englische Produktion unter Maurice Elvey. Im Ersten Weltkrieg arbeitete Kellermann als Korrespondent des »Berliner Tageblatts«. Mehrere Kriegsberichte wurden veröffentlicht. 1920 erschien der Roman »Der 9. November«, der sich kritisch mit dem Verhalten von Soldaten und Offizieren gegenüber der Bevölkerung auseinandersetzte. Ab 1922 folgten zahlreiche Novellen und Erzählungen. 1926 wurde Kellermann Mitglied der Preußischen Akademie der Künste, Sektion Dichtung. Obwohl er die von Gottfried Benn verlangte Loyalitätserklärung der Sektion zum NS-Staat unterzeichnet hatte, wurde er am 5. Mai 1933 aus der Akademie ausgeschlossen. Der Roman »Der 9. November« wurde verboten und öffentlich verbrannt. Kellermann emigrierte nicht, er leistete auch keinen Widerstand, sondern schrieb nun Trivialromane. Nach dem Zusammenbruch der NS-Diktatur gründete Kellermann zusammen mit Johannes R. Becher den Kulturbund. Er wurde Abgeordneter der Volkskammer der DDR sowie Vorsitzender der Gesellschaft für Deutsch-Sowjetische Freundschaft. Für seinen Roman »Totentanz« erhielt er 1949 den Nationalpreis der DDR. Sein politisch-kulturelles Engagement in der DDR bewog die westdeutschen Buchhändler, seine Bücher aus dem Angebot zu nehmen und ihn zu boykottieren. Sein Name geriet dadurch in Westdeutschland in Vergessenheit.
Zitate
Albert Ehrenstein nennt Erik einen »Ritter des Todes«.
Franz Kafka schreibt: »Man muß durch das Konstruktive, welches den Roman, wie ein Gitter, überall rundherum umgibt, den Kopf einmal durchgesteckt haben, dann sieht man das Lebendige wirklich bis zum Geblendetwerden.«
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