Einzeltitel

 

Nansen Volk

Fridtjof Nansen
Betrogenes Volk

Eine Studienreise durch Georgien und Armenien
als Oberkommissar des Völkerbundes

Aus dem Norwegischen übersetzt
von Theodor Geiger

372 Seiten, Hardcover mit Schutzumschlag
Mit 42 Abbildungen
Format: 13,5 x 21,5 cm
Euro 48,00 [D]
ISBN 978-3-96662-587-6

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Nansen zeigt im Abriß der armenischen Geschichte eindrucksvoll die Not und den Kampf des armenischen Volkes gegen seine Unterdrücker und Feinde.

 


Zum Text

Nach wiederholten Erwägungen, ob für die armenischen Flüchtlinge etwas getan werden könne, die sich in verschiedenen Ländern in großer Not befanden, forderte der Rat des Völkerbundes den Verfasser dieses Buches auf, sich als Oberkommissar des Völkerbundes auch mit dieser Frage zu befassen. In voller Klarheit über die Verantwortung, die ich mit der Übernahme dieser Aufgabe auf mich laden würde, lehnte ich zunächst ab, ließ mich aber schließlich überreden, gemeinsam mit dem Internationalen Arbeitsamt einen Versuch zu machen. Die Völkerbundversammlung stellte eine Summe zur Deckung der Ausgaben zur Verfügung, die mit den nötigen Untersuchungen und Vorbereitungsarbeiten verbunden waren. Die Vertretung der armenischen Flüchtlinge hatte dem Völkerbundrat einen Plan übermittelt, der die Überführung von 50000 Flüchtlingen nach der sogenannten Sardarabad-Wüste in der Republik Armenien in Aussicht nahm. Der Landstrich sollte durch künstliche Bewässerung urbar gemacht werden, und der Völkerbundrat wurde aufgefordert, die dazu nötigen Geldmittel, schätzungsweise zwanzig Millionen Mark, aufzubringen. Um sich eine zuverlässige Meinung über diesen Plan oder andere Möglichkeiten der Überführung und Unterbringung von Flüchtlingen in Armenien bilden zu können, war offenbar eine Untersuchung an Ort und Stelle durch besondere Sachverständige notwendig. Es erschien in hohem Grade wünschenswert, eine solche Möglichkeit zu finden; man durfte dann hoffen, wenigstens etwas zur Schaffung jener »nationalen Heimat« beitragen zu können, die den armenischen Flüchtlingen von den europäischen Westmächten und den Vereinigten Staaten von Amerika bindend versprochen worden war und die der Völkerbund immer wieder in Aussicht gestellt hatte. Wir beschlossen also, eine Kommission nach Armenien zu senden. [Auszug aus dem Text]

Der Text des Neusatzes folgt der Ausgabe von 1928, erschienen im Verlag F. A. Brockhaus, Leipzig. Die alte deutsche Rechtschreibung wurde beibehalten.

Der Autor

Nansen

Fridtjof Nansen (1861-1930), norwegischer Zoologe, Polarforscher und Friedensnobelpreisträger, studierte Zoologie an der Universität von Christiania. Ab 1897 widmete er sich der damals noch jungen Forschungsdisziplin Ozeanographie, unternahm hierzu mehrere Forschungsreisen hauptsächlich in den Nordatlantik und war an der Entwicklung von Gerätschaften für die Meeresforschung beteiligt. Als Polarforscher durchquerte er 1888 als Erster Grönland über das Inlandeis und stellte während seiner Nordpolarexpedition (1893–1896) gemeinsam mit Fredrik Hjalmar Johansen am 8. April 1895 mit einer geographischen Breite von 86° 13,6' N einen neuen Rekord in der bis dahin größten erreichten Annäherung an den geographischen Nordpol auf. Er revolutionierte die Techniken des polaren Reisens und beeinflußte damit alle nachfolgenden Expeditionen in Arktis und Antarktis. Bei den Bestrebungen zur politischen Unabhängigkeit Norwegens nahm Nansen als einer der angesehensten Bürger seines Landes eine Schlüsselfunktion ein. Im Jahr 1905 war er ein vehementer Verfechter für die Beendigung der seit 1814 bestehenden schwedisch-norwegischen Personalunion und half bei der Inthronisation des damaligen Prinzen von Dänemark zum norwegischen König Haakon VII. Zwischen 1906 und 1908 arbeitete Nansen im diplomatischen Dienst in London, wo er an den Verhandlungen zur völkerrechtlichen Anerkennung der Souveränität Norwegens beteiligt war. Im letzten Jahrzehnt seines Lebens diente Nansen als Delegierter und Hochkommissar für Flüchtlingsfragen dem nach dem Ersten Weltkrieg gegründeten Völkerbund. In dieser Zeit initiierte er den nach ihm benannten Nansen-Paß für staatenlose Flüchtlinge. Hierfür und für seine Verdienste um die internationale Flüchtlingshilfe erhielt er 1922 den Friedensnobelpreis. [Quelle Wikipedia]

Der Übersetzer

Geiger

Theodor Geiger (1891-1952), dänischer Soziologe deutscher Herkunft. Geiger wird zu den Klassikern der Soziologie gezählt. Geiger wuchs in Landshut auf, wo er auch sein Abitur ablegte. Ab 1910 studierte er Rechts- und Staatswissenschaften in München, später in Würzburg. Geiger lehrte ab 1924 an der Technischen Hochschule Braunschweig, 1929 wurde er dort ordentlicher Professor der Soziologie, zu jener Zeit die erste sozialwissenschaftliche Professur dieser Hochschule. Nach der Machtübergabe an Hitler emigrierte Geiger und kam so der staatlich angeordneten Entlassung zuvor. Bis 1943 lebte er in Dänemark und nahm die dänische Staatsbürgerschaft an. Er arbeitete zunächst an der Universität Kopenhagen. Von 1938 bis 1940 lehrte er als Professor an der Universität Aarhus Soziologie. Nach der deutschen Besatzung Dänemarks befand sich Geiger wieder auf der Flucht, ab 1943 lebte er im neutralen Schweden. Nach Kriegsende kehrte Theodor Geiger umgehend nach Aarhus zurück und führte seine Lehrtätigkeit weiter. 1949 war er Mitbegründer der »International Sociological Association« (ISA). Seit 1949 war er korrespondierendes Mitglied der Braunschweigischen Wissenschaftlichen Gesellschaft.

 

 


 

 

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