
Knut Hamsun
Novellen
Übersetzung aus dem Norwegischen
von Ernst Brausewetter, Mathilde Mann
und Julius Sandmeier
320 Seiten, Hardcover mit Schutzumschlag
Mit 2 Abbildungen
Format: 13,5 × 20,5 cm
Euro 39,80 [D]
ISBN 978-3-96662-577-7
LIEFERBAR
Ausgewählte Novellen des gefeierten Nobelpreisträgers
Zum Text
»Es ist nichts Alltägliches in dem Buch, es enthält Dichtungen von überaus apartem Reiz, die uns so oft überraschen, da sie zu so unvermuteten Ausgängen geführt werden, ohne daß diese willkürlich wären. Hamsun versteht es wunderbar, mit wenigen Worten große Perspektiven zur eröffnen, er versteht es, den Leser zwischen den Zeilen finden zu lassen, und gibt ihm mehr zu ahnen, als er enthüllt.« [Literarisches Echo, Berlin, 1922]
»Hamsun schildert alles mit tiefem Seherblick, seine Menschen sprechen lautere Wahrheit und bezahlen diese Wahrheit, die sie in der Natur schauen dürfen, mit seelischer Qual. Auch in dem neuen, auf großer dichterischer Höhe stehenden Novellenbande tritt Hamsun dem Leser wieder in der Gestalt eines Sonderlings entgegen, zumal in seiner ›Königin von Saba‹.« [Hamburger Fremdenblatt, 1922]
Der Text des Neusatzes folgt drei verschiedenen Ausgaben: »Die Königin von Saba – und andere Novellen« von 1899; »Sklaven der Liebe – und andere Novellen« 1922; sowie »Die Stimme des Lebens« 1906, alle erschienen im Albert Langen Verlag, München. Die originale alte deutsche Rechtschreibung wurde beibehalten.
Zum Autor
Knut Hamsun (1859-1952) war einer der bedeutendsten norwegischen Schriftsteller des frühen 20. Jahrhunderts und Hauptvertreter der modernen Literatur vom Übergang der Spätromantik und dem Naturalismus zur Klassischen Moderne. Der Sohn eines Dorfschneiders wuchs bei seinem Onkel auf und erfuhr dort eine bibelnahe, religiöse Bildung. Lebenspraktische Kenntnisse erwarb sich der Autodidakt bei unterschiedlichsten beruflichen Tätigkeiten, auf weiten Wanderungen durch Norwegen und später während längeren Aufenthalten in den Vereinigten Staaten von Amerika. 1890 erschien sein Roman »Hunger«, der ihn als Vertreter der Moderne in Norwegen bekannt machen sollte. 1892 wurde mit »Mysterien« der zweite große Roman des Autors veröffentlicht. Es folgten populäre Romane wie »Pan« und »Victoria«. 1920 erhielt er den Literaturnobelpreis für sein Werk »Segen der Erde«. Hamsuns Ruhm als Schriftsteller wird überschattet von seinem aktiven Eintreten für den Nationalsozialismus. Hamsun war ein großer Bewunderer Deutschlands und ein entschiedener Gegner des britischen Imperialismus und des Kommunismus. Entscheidend für Hamsuns antibritische Einstellung war das britische Vorgehen im Burenkrieg. Schon im Ersten Weltkrieg war er für die deutsche Position öffentlich eingetreten. Deutschland symbolisierte für Hamsun das »junge Europa«. Er blieb ein Freund Deutschlands bis zu seinem Tode. Zu seinen Verehrern gehörten Thomas Mann, Hermann Hesse, Robert Musil, Arthur Schnitzler, Jakob Wassermann, Stefan Zweig, Martin Buber, Arnold Schönberg und Alfred Einstein. Sie alle schrieben Beiträge zu der Festschrift, die zu Hamsuns 70. Geburtstag in Deutschland erschien.
Die Übersetzer
Ernst Brausewetter (1863-1904), Übersetzer, Herausgeber und Autor. Zu seinen Übersetzungen zählen Werke des schwedischen Schriftstellers August Strindberg und anderer skandinavischer Autoren. Nach Abschluß des Gymnasiums absolvierte Brausewetter ein dreijähriges Volontariat in einer Königsberger Buchhandlung. Anschließend war er kurzzeitig im Verlagswesen in Leipzig tätig. Ab 1887 lebte er in Stuttgart, 1891 in Zürich, 1892 in Leipzig und München und ab 1894 in Berlin. Reisen nach Skandinavien sind nicht nachweisbar, vielmehr eignete sich Brausewetter seine Kenntnisse der norwegischen und schwedischen Sprache autodidaktisch über die Lektüre skandinavischer Autoren an, ein Vorgehen, zu dem ihn der Ibsen-Übersetzer Louis Passarge ermutigt hatte. Ernst Brausewetter starb im Alter von 41 Jahren in Berlin.
Mathilde Mann (1859-1925) erlernte, gefördert von ihrer Familie, die Sprachen Französisch, Englisch, Italienisch sowie Dänisch, Schwedisch und Norwegisch. 1878 heiratete sie den Königlich-Dänischen Konsul Friedrich Johann Bernhard Mann (1853-1910), aus der Familie, der unter anderem Thomas Mann entstammte. In Kopenhagen begann sie, ihre Dienste als Übersetzerin anzubieten und erreichte damit einen hohen Bekanntheitsgrad. 1893 wurde sie durch den Rostocker Senat als Übersetzerin für Nordische Sprachen vereidigt und lebte in Warnemünde. 1895 zog sie nach Altona, 1906 nach Hamburg. In dieser Zeit arbeitete sie vorrangig als Übersetzerin und übertrug Werke von Henrik Ibsen und Hans Christian Andersen ins Deutsche. Der dänische König Frederik VIII. verlieh ihr am 14. November 1910 für ihre Verdienste um die dänische Literatur die Goldene Medaille für Kunst und Wissenschaft. 1911 ging sie wieder zurück nach Dänemark. Als Lektorin für dänische Sprache war sie ab 1921 für die Universität Rostock tätig. Die Universität ehrte sie 1924 als erste Frau ohne akademische Laufbahn mit der Ehrenpromotion zum Dr. phil. h. c. Mathilde Mann starb 1925 in Rostock.
Julius Sandmeier(1881-1941) war nicht nur Übersetzer, sondern auch Regisseur, Kameramann und Produzent. Am Ende des Ersten Weltkriegs war Sandmeier für ein Jahr in der deutschen Gesandtschaft in Kristiana als Leiter der Pressestelle beschäftigt. In den Zwanziger- und Dreißigerjahren des 20. Jahrhunderts war Sandmeier einer der produktivsten Übersetzer von Belletristik aus dem Norwegischen, Dänischen und Schwedischen. Besonders bekannt wurde er durch seine Übersetzungen der Werke der norwegischen Nobelpreisträger Knut Hamsun und Sigrid Undset.
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