Einzeltitel

 

Hauptmann Ketzer

Gerhart Hauptmann
Der Ketzer von Soana

120 Seiten, Hardcover mit Schutzumschlag
Mit 1 Abbildung
Format: 13,5 × 20,5 cm
Euro 28,00 [D]
ISBN 978-3-96662-565-4

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Eine Erzählung mit wahrem Hintergrund, die Hauptmann während eines Aufenthalts in Rovio entwickelte.

 


Zum Text

Der Erzähler lernt während seines Urlaubs am Luganersee den gebildeten Ziegenhirten Ludovico kennen, der von den Einheimischen der »Ketzer von Soana« genannt wird, und besucht ihn in seiner abgelegenen Steinhütte am Hang des Monte Generoso. Ludovico liest ihm dort die selbst verfaßte, wahre Geschichte des jungen Priesters Francesco Vela vor. Dieser sei vor sechs Jahren wegen seiner Beziehung zu einem Hirtenmädchen exkommuniziert und aus dem Dorf verjagt worden, ebenso hätten die Eltern des Mädchens die Gegend verlassen müssen und seien nach Südamerika ausgewandert. Auf dem Rückweg ins Dorf begegnet der Erzähler Ludovicos schöner Frau und kleiner Tochter und erschließt aus ihrer Gestalt, daß der Hirte der ehemalige Priester ist und ihm seine eigene Geschichte erzählt hat.

Der Text des Neusatzes folgt der Ausgabe von 1918, erschienen im S. Fischer Verlag Berlin. Die originale alte deutsche Rechtschreibung wurde beibehalten.

Zum Autor

Hauptmann, Gerhart

Gerhart Hauptmann (1862-1946) gilt als der bedeutendste deutsche Vertreter des Naturalismus, integrierte aber auch andere Stilrichtungen in sein Schaffen. 1912 erhielt er den Nobelpreis für Literatur. Ab 1874 besuchte er die Realschule in Breslau. Nach einem kurzen Intermezzo auf dem Gutshof seines Onkels besuchte er von 1880 bis 1882 die Bildhauerklasse der Königlichen Kunst- und Gewerbeschule in Breslau. Danach begann er ein Studium der Philosophie und Literaturgeschichte an der Universität Jena, das er jedoch bald abbrach. Danach unternahm er gemeinsam mit seinem Bruder Carl eine Mitelmeerreise. Er beschloß, sich in Rom als Bildhauer niederzulassen, hatte jedoch keinen Erfolg. Hauptmann kehrte enttäuscht nach Deutschland zurück und begann ein Zeichenstudium an der Königlichen Akademie Dresden, das er ebenso wenig abschloß wie ein anschließendes Geschichtsstudium an der Universität Berlin. Sein Interesse galt stattdessen dem Theater. In Zürich begann Hauptmanns naturalistisches Schaffen. Von dort aus schickte er das Manuskript seines ersten naturalistischen Werks Bahnwärter Thiel nach München, wo es der Kritiker Michael Georg Conrad begutachten sollte. Mit seinem 1889 uraufgeführten Drama »Vor Sonnenaufgang« sorgte er für einen der größten Skandale der deutschen Theatergeschichte. Das bürgerliche Publikum war schockiert, weil in Hauptmanns Stück Sexualität und Alkoholismus freimütig dargestellt wurden. Mit seinem wichtigsten Drama »Die Weber« (1891/92) erlangte Hauptmann Weltruhm und erreichte den Höhepunkt seiner naturalistischen Schaffensphase.

Zitate aus dem Text

»Eine übermächtige Zauberei hatte ihn zu einem vollständig willenlosen und, ohne Agata, vollständig leblosen Opfer des Eros gemacht, des Gottes, der älter und mächtiger ist, als Zeus und die übrigen Götter.«

 

 


 

 

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