
Marsilio Ficino
Über die Liebe
oder Platons Gastmahl
Übersetzt und eingeleitet von Karl Paul Hasse
256 Seiten, Hardcover mit Schutzumschlag
Mit 1 Abbildung
Formt: 13,5 x 21,5 cm
Euro 38,00 [D]
ISBN 978-3-96662-551-7
LIEFERBAR
Eines der bedeutendsten Mitglieder des Mediceerkreises über die Grundfragen der platonischen Philosophie
Zum Text
Das Buch, welches wir hiermit der deutschen Lesewelt vorlegen, ist nicht nur von Bedeutung für die Geschichte der Philosophie, sondern auch für die Kenntnis der italienischen Renaissance überhaupt, weil es eine ihrer einflußreichsten Bewegungen in nuce verkörpert. ... Die vorliegende deutsche Ausgabe bezweckt, durch möglichst getreue Wiedergabe des Textes sowie durch die beigefügten Erläuterungen das Büchlein selbst weiteren Kreisen zugänglich zu machen und zugleich als Einführung in das Lehrgebäude des Verfassers zu dienen. [Aus dem Vorwort]
Der Text des Neusatzes folgt der Ausgabe von 1914, erschienen im Felix Meiner Verlag Leipzig.
Der Autor
Marsilio Ficino (latinisiert Marsilius Ficinus; 1433-1499), italienischer Humanist, Philosoph und Arzt. Er gehört zu den bekanntesten Persönlichkeiten des Renaissance-Humanismus in Florenz. Mit seinen Übersetzungen und Kommentaren trug er maßgeblich zur Kenntnis Platons und des Platonismus in seiner Epoche bei und machte dem lateinischsprachigen Publikum Schriften antiker griechischsprachiger Autoren zugänglich. Sein vom Neuplatonismus Plotins geprägtes Platon-Verständnis wurde für die Frühe Neuzeit wegweisend. Unter seinen humanistischen Zeitgenossen erfreute sich Ficino hohen Ansehens. Zu seinen Bewunderern gehörten Johannes Reuchlin, der ihn in Florenz besuchte. Er galt als der führende Platoniker seiner Zeit, und sein nachhaltiger Einfluß bewirkte, daß auch in den folgenden Generationen das Platonbild neuplatonisch geprägt blieb. Ficino war nicht wie zahlreiche Renaissance-Humanisten in erster Linie schöngeistiger Literat, Philologe und Kulturhistoriker, denn sein Interesse richtete sich weniger auf die sprachliche Form der antiken Werke als auf ihren philosophischen Gehalt. Sein Hauptanliegen war eine zeitgemäße Erneuerung der antiken Philosophie. Deren Kern bildete für ihn die Lehre Platons, die er im Sinne der von Plotin begründeten neuplatonischen Tradition deutete. Neben seiner Übersetzer- und Kommentierungstätigkeit verfaßte er auch Abhandlungen, die der systematischen Darstellung und Begründung seines (neu)platonisch-christlichen Lehrgebäudes dienen sollten.
Der Übersetzer und Herausgeber
Karl Paul Hasse (Pseudonym: Karl Markgraf von Montoriola; die Lebensdaten sind unbekannt), Literaturhistoriker, der vor allem die Zeit der Renaissance erforschte und beschrieb. Seine produktive Zeit fällt in die zwanziger Jahre (1909-1925).
Inhalt
Vorwort
Einleitung
Das Leben und die wichtigsten Schriften des Marsilius Ficinus
Die Lehre des Marsilius Ficinus
Die Florentiner platonische Akademie
Die Entstehung und der Zweck des Gesprächs »Über die Liebe«
Ausgaben, Übersetzungen und Literatur
Zueignungsschreiben des Herausgebers
Zueignungeschreiben des Verfassers
Vorrede
Erste Rede
1. Die Methode, den Eros zu preisen; seine Bedeutung und seine Macht
2. Die Herkunft des Eros
3. Die Ersprießlichkeit des Eros
Zweite Rede
1. Gott ist Güte, Schönheit und Gerechtigkeit, Urgrund, Mitte und Endziel
2. Die göttliche Schönheit erzeugt die Liebe
3. Die Schönheit ist der Strahlenglanz der göttlichen Güte, und Gott ist Mittelpunkt von vier Kreisen
4. Platons Ausführung über das Göttliche
5. Die göttliche Schönheit durchleuchtet alle Dinge und wird in allen geliebt
6. Die Gemütsbewegungen der Liebenden
7. Uber zweierlei Arten des Eros und die beiden Liebesgöttinnen
8. Aufmunterung zur Liebe und Erörterung über die einseitige und die gegenseitige Liebe
9. Was die Liebenden erstreben
Dritte Rede
1. Eros ist in allem, durchdringt alles und ist Schöpfer und Meister aller Dinge
2. Die Liebe ist bildendes und erhaltendes Prinzip des Alls
3. Eros ist Meister aller Künste
4. Kein Teil der Welt hegt Feindschaft gegen den anderen
Vierte Rede
1. Anführung des platonischen Textes über die ursprüngliche Natur der Menschen
2. Erklärung der Anschauung Platons über die ursprüngliche Gestalt des Menschen
3. Der Mensch ist die Seele, und die Seele ist unsterblich
4. Die Seele wurde bei ihrer Erschaffung mit zwei Lichtern ausgestattet. Die Begründung, weshalb sie mit den beiden Lichtern in den Körper hinabstieg
5. Die Anzahl und Art der Wege, auf denen die Seele zu Gott zurückkehrt
6. Eros führt die Seelen wieder in den Himmel zurück, teilt die Grade der Seligkeit aus und verleiht ewige Wonne
Fünfte Rede
1. Eros ist höchst selig, weil er schön und gut ist
2. Über die Arten, den Eros darzustellen, und die Seelenvermögen, durch welche die Schönheit erkannt und die Liebe hervorgerufen wird
3. Die Schönheit ist etwas Geistiges
4. Die Schönheit ist der Lichtglanz des Angesichtes Gottes
5. Die Entstehung der Liebe und des Hasses; das unkörperliche Wesen der Schönheit
6. Wie vielerlei zur Schönheit erforderlich ist; die Schönheit ist eine unkörperliche Gabe
7. Die Darstellung des Eros
8. Die Tugenden des Eros
9. Die Gaben des Eros
10. Eros ist älter und jünger zugleich als alle übrigen Götter
11. Die Liebe herrscht vor der Notwendigkeit
12. Im Reiche der Notwendigkeit entmannte Kronos den Uranos und fesselte Zeus den Kronos
13. Welche Künste die einzelnen Götter den Menschen verleihen
Sechste Rede
1. Einleitung zur Erörterung über die Liebe
2. Eros steht in der Mitte zwischen der Schönheit und ihrem Gegensatz und ist Gott und Dämon zugleich
3. Die Sphärengeister und die Dämonen
4. Die sieben Gaben, welche Gott den Menschen durch die Geister der mittleren Region zukommen läßt
5. Die Ordnungen der venerischen Dämonen und ihre Art, den Liebespfeil abzuschnellen
6. Wie uns die Liebe ergreift
7. Die Geburt des Eros
8. In allen Seelen befinden sich zwei Eroten, in unserer aber fünf
9. Von den Leidenschaften, welche den Liebenden wegen der Mutter des Eros innewohnen
10. Von den Gaben, welche die Liebenden vom Vater des Eros empfangen haben
11. Die Ersprießlichkeit des Liebestriebes zufolge seiner Begriffsbestimmung
12. Die beiden Eroten. Der Seele ist die Idee der Wahrheit angeboren
13. In welchem Sinne in der Seele das Licht der Wahrheit ist
14. Über den Ursprung der Neigung zu den Männern und der Liebe zu den Weibern
15. Über dem Körper steht die Seele, über der Seele der Engel, über dem Engel steht Gott
16. Das Verhältnis zwischen Gott, der Seele und dem Engel
17. Das Verhältnis zwischen der Schönheit Gottes, des Engels, der Seele und des Körpers
18. Die Erhebung der Seele von der Schönheit des Körpers zur Schönheit Gottes
19. Wie wir Gott lieben sollen
Siebente Rede
1. Beschluß aller Reden mit der Anschauung des Philosophen Guido Caralcanti
2. Sokrates war der wahre Liebende und dem Eros gleichartig
3. Die tierische Liebe ist eine Art von Wahnsinn
4. Die gemeine Liebe ist Bezauberung
5. Wie leicht man sich verliebt
6. Die eigenartige Wirkung der gemeinen Liebe
7. Die gemeine Liebe beruht auf Verderbnis des Blutes
8. Auf welche Weise die Liebenden den Geliebten ähnlich werden
9. In welcherlei Personen man sich verliebt
10. Die Art und Weise des Verliebens
11. Wie man sich von den Banden der gemeinen Liebe befreit
12. Die Schädlichkeit der gemeinen Liebe
13. Ersprießlichkeit der übersinnlichen Liebe und ihre vier Arten
14. In welcher Stufenfolge die göttliche Begeisterung die Seele erhebt
15. Von allen Arten der Begeisterung ist die Liebe die vorzüglichste
16. Die Ersprießlichkeit der sokratischen Liebe
17. Wie wir dem heiligen Geiste dafür danken sollen, daß er uns erleuchtet und zu dieser Erörterung über das Wesen der Liebe angefeuert hat
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