Einzeltitel

 

Weiß, Dämonenzug

Ernst Weiß
Dämonenzug

204 Seiten, Hardcover mit Schutzumschlag
Mit 1 Abbildung
Format: 13,5 × 20,5 cm
Euro 34,00 [D]
ISBN 978-3-96662-390-2

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Ernst Weiß mit seinen besten Erzählungen
in der geänderten Form von 1928

 


Zum Text

»Cyrill D. entstammte einer Familie von armen Bauern, die an der ungarischen Grenze des Landes Mähren zusammenwohnten. Da der kümmerliche Boden nicht alle erhalten konnte, wanderten viele nach Amerika aus, kamen aber in späterem Alter zurück und bebauten den Boden weiter. Es gab in der Familie viel fanatisch fromme Katholiken, Väter, die sich für ihre Kinder, Brüder, die sich für ihre Schwestern aufopferten, aber auch viel Habsucht, Geiz, Jähzorn und andere Leidenschaften, die sich oft erst in höherem Alter zeigten. So hatte Cyrills Vater mit sechzig Jahren seine dritte Frau geheiratet. Diese Frau, obwohl selbst kinderlos, machte den Kindern aus früheren Ehen das Leben so schwer, daß der älteste Bruder Cyrills, Johann, der künftige Erbe des Hauses und der Felder, sich als Ackerknecht verdingte. Cyrill ging in die Stadt, um als Lehrling bei einem Tapezierermeister, einem entfernten Verwandten der zweiten Frau einzutreten, Mathias, der jüngste, wurde vom Pfarrer des Ortes wegen seiner besonderen Begabung und seines Fleißes zum geistlichen Stande bestimmt. Die zwei jüngeren Brüder kamen gleichzeitig in die Stadt. Der älteste Bruder, schwächlich von Gesundheit und durch den Kummer gebrochen, starb bald darauf. Als der Vater Cyrills im Alter von weit über siebzig Jahren die Augen schloß, fiel der ganze Besitz der Witwe zu, welche die Kinder aus den andern Ehen durch List und Niedertracht sogar um ihren Pflichtanteil gebracht hatte. Aber sowohl Cyrill als Mathias waren damals schon viele Jahre von Hause fort und konnten sich nicht wehren.« [Textauszug aus »Stern der Dämonen«]

Der Text des Neusatzes folgt der Ausgabe 1928, erschienen im Ullstein Verlag Berlin. Die originale alte deutsche Rechtschreibung wurde beibehalten.

Zum Autor

Weiß

Ernst Weiß (1882-1940), österreichischer Arzt und Schriftsteller, stammte aus einer jüdischen Familie. Trotz finanzieller Probleme und mehrfacher Schulwechsel bestand Weiß 1902 erfolgreich die Matura (Abitur). Anschließend begann er in Prag und Wien Medizin zu studieren. Dieses Studium beendete er 1908 mit der Promotion in Brünn und arbeitete danach als Chirurg in Bern. 1911 kehrte Weiß nach Wien zurück und fand eine Anstellung im Wiedner Spital. Im Juni 1913 machte Weiß die Bekanntschaft von Franz Kafka. Dieser bestätigte ihn in seiner schriftstellerischen Tätigkeit, und Weiß debütierte noch im selben Jahr mit seinem Roman »Die Galeere«. Nach Kriegsende ließ er sich als Arzt in Prag nieder und wirkte dort in den Jahren 1919 und 1920 im Allgemeinen Krankenhaus. Nach einem kurzen Aufenthalt in München ließ sich Weiß Anfang 1921 in Berlin nieder. Dort arbeitete er als freier Schriftsteller. 1928 wurde Weiß vom Land Oberösterreich mit dem Adalbert-Stifter-Preis ausgezeichnet. Kurz nach dem Reichstagsbrand 1933 verließ er Berlin für immer und kehrte nach Prag zurück. Dort pflegte er seine Mutter bis zu deren Tod im Januar 1934. Vier Wochen später emigrierte Weiß nach Paris. Da er dort als Arzt keine Arbeitserlaubnis bekam, begann er für verschiedene Emigrantenzeitschriftenzu schreiben. Da er mit diesen Arbeiten seinen Lebensunterhalt nicht decken konnte, unterstützten ihn die Schriftsteller Thomas Mann und Stefan Zweig. Ernst Weiß letzter Roman »Der Augenzeuge« wurde 1939 geschrieben. Als Weiß im Juni 1940 den Einmarsch der deutschen Truppen in Paris miterleben mußte, beging er Selbstmord.

Inhalt

Stern der Dämonen
Die Verdorrten
Franta Zlin
Marengo
Hodin

 

 


 

 

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