
Ernst Weiß
Die Galeere
204 Seiten, Hardcover mit Schutzumschlag
Mit 1 Abbildung
Format: 13,5 × 20,5 cm
Euro 34,00 [D]
ISBN 978-3-96662-384-1
LIEFERBAR
Albert Ehrenstein nennt Erik einen »Ritter des Todes«.
Zum Text
Der 26jährige Wiener Physiker Dr. phil. Erik Gyldendal kann weder die Frauen verstehen noch kommt er mit seinen Eltern zurecht. Handlungsort ist Wien. Der Bankier Gyldendal finanziert die Forschungen seines einzigen Sohnes Erik. Der junge begabte Physiker untersucht die Wirkung der Röntgenstrahlen auf Tiere. Seine Resultate werden von den Koryphäen unter den Wiener Physikern anerkannt. Erik darf an der Wiener Universität ein paar Wochenstunden vor einem überschaubaren Hörerkreis dozieren und wird schließlich außerordentlicher Professor, ein Akademiker, der aber noch nie eine Frau berührt hat. Da lernt er während seiner Vorlesung die schöne junge Russin Dina Ossonskaja kennen. Erik mu dieses Rasseweib unbedingt besitzen, denn die »Bestie des Geschlechts« peinigt ihn. Doch der Physiker verdirbt alles mit seinem dummen Gerede. Dabei wartet Dina nur auf ein einlenkendes Wort. Das kommt nicht und die Beziehung zerbricht. Ernst Weiß schreibt am 5. Juli 1912 an Martin Buber: »Die Grundidee war: Es sind Menschen aneinander gebunden … die zweite Idee: Der Held ist der brutalste Egoist.« Daraus folgt seine »Vereinsamung«. Aus dieser flieht Erik in den Tod.
Der Text des Neusatzes folgt der Ausgabe 1913, erschienen im S. Fischer Verlag Berlin. Die originale alte deutsche Rechtschreibung wurde beibehalten.
Zum Autor
Ernst Weiß (1882-1940), österreichischer Arzt und Schriftsteller, stammte aus einer jüdischen Familie. Trotz finanzieller Probleme und mehrfacher Schulwechsel bestand Weiß 1902 erfolgreich die Matura (Abitur). Anschließend begann er in Prag und Wien Medizin zu studieren. Dieses Studium beendete er 1908 mit der Promotion in Brünn und arbeitete danach als Chirurg in Bern. 1911 kehrte Weiß nach Wien zurück und fand eine Anstellung im Wiedner Spital. Im Juni 1913 machte Weiß die Bekanntschaft von Franz Kafka. Dieser bestätigte ihn in seiner schriftstellerischen Tätigkeit, und Weiß debütierte noch im selben Jahr mit seinem Roman »Die Galeere«. Nach Kriegsende ließ er sich als Arzt in Prag nieder und wirkte dort in den Jahren 1919 und 1920 im Allgemeinen Krankenhaus. Nach einem kurzen Aufenthalt in München ließ sich Weiß Anfang 1921 in Berlin nieder. Dort arbeitete er als freier Schriftsteller. 1928 wurde Weiß vom Land Oberösterreich mit dem Adalbert-Stifter-Preis ausgezeichnet. Kurz nach dem Reichstagsbrand 1933 verließ er Berlin für immer und kehrte nach Prag zurück. Dort pflegte er seine Mutter bis zu deren Tod im Januar 1934. Vier Wochen später emigrierte Weiß nach Paris. Da er dort als Arzt keine Arbeitserlaubnis bekam, begann er für verschiedene Emigrantenzeitschriftenzu schreiben. Da er mit diesen Arbeiten seinen Lebensunterhalt nicht decken konnte, unterstützten ihn die Schriftsteller Thomas Mann und Stefan Zweig. Ernst Weiß letzter Roman »Der Augenzeuge« wurde 1939 geschrieben. Als Weiß im Juni 1940 den Einmarsch der deutschen Truppen in Paris miterleben mußte, beging er Selbstmord.
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