Einzeltitel

 

Weiß, Tiere in Ketten

Ernst Weiß
Tiere in Ketten

208 Seiten, Hardcover mit Schutzumschlag
Mit 1 Abbildung
Format: 13,5 × 20,5 cm
Euro 34,00 [D]
ISBN 978-3-96662-386-5

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Die tragische Geschichte einer Dirne im Strudel des Zeitgeschehens

 


Zum Text

Das individuelle Unglück endet im gesellschaftlichen Desaster des Krieges.
»In dem Freudenhause einer kleinen Stadt lebte ein schönes Mädchen, das Olga hieß. Olga liebte einen Mann, den Besitzer dieses Hauses, Franz Michalek. Sie liebte ihn mehr, als Menschen lieben. Er war ihre Wollust, ihre Mädchenschaft, ihr alles und eines, ihr Wachen und Traum, Mord und Erbarmen, Tier und Mensch. Ihr Schoß wurde angezündet, und sie verbrannte. Sie wurde mit Wahnsinn geschlagen, sie mußte sich zertrümmern und ihre Welt. Sie war in die gemeine Welt geworfen und mußte im Schmutze leben; Geld nahm sie und gab sie. Sie liebte bis zum Wahnsinn, raste, ein unzerstörbarer Motor, ruhelos von der Erde zur Hölle; sternabwärts, sternaufwärts. Ein Freudenmensch, bestimmt, sich zu verzehren, eine kinderlose Dirne, bestimmt zum Frieden der gesegneten Mütter, im Leben über dem Leben. Ein Tier, gekettet zwischen Erde und Hölle, jetzt mitten in der gemeinsten Welt.« [Textauszug]

Der Text des Neusatzes folgt der veränderten Ausgabe 1922, erschienen im Kurt Wolff Verlag München. Die originale alte deutsche Rechtschreibung wurde beibehalten.

Zum Autor

Weiß

Ernst Weiß (1882-1940), österreichischer Arzt und Schriftsteller, stammte aus einer jüdischen Familie. Trotz finanzieller Probleme und mehrfacher Schulwechsel bestand Weiß 1902 erfolgreich die Matura (Abitur). Anschließend begann er in Prag und Wien Medizin zu studieren. Dieses Studium beendete er 1908 mit der Promotion in Brünn und arbeitete danach als Chirurg in Bern. 1911 kehrte Weiß nach Wien zurück und fand eine Anstellung im Wiedner Spital. Im Juni 1913 machte Weiß die Bekanntschaft von Franz Kafka. Dieser bestätigte ihn in seiner schriftstellerischen Tätigkeit, und Weiß debütierte noch im selben Jahr mit seinem Roman »Die Galeere«. Nach Kriegsende ließ er sich als Arzt in Prag nieder und wirkte dort in den Jahren 1919 und 1920 im Allgemeinen Krankenhaus. Nach einem kurzen Aufenthalt in München ließ sich Weiß Anfang 1921 in Berlin nieder. Dort arbeitete er als freier Schriftsteller. 1928 wurde Weiß vom Land Oberösterreich mit dem Adalbert-Stifter-Preis ausgezeichnet. Kurz nach dem Reichstagsbrand 1933 verließ er Berlin für immer und kehrte nach Prag zurück. Dort pflegte er seine Mutter bis zu deren Tod im Januar 1934. Vier Wochen später emigrierte Weiß nach Paris. Da er dort als Arzt keine Arbeitserlaubnis bekam, begann er für verschiedene Emigrantenzeitschriftenzu schreiben. Da er mit diesen Arbeiten seinen Lebensunterhalt nicht decken konnte, unterstützten ihn die Schriftsteller Thomas Mann und Stefan Zweig. Ernst Weiß letzter Roman »Der Augenzeuge« wurde 1939 geschrieben. Als Weiß im Juni 1940 den Einmarsch der deutschen Truppen in Paris miterleben mußte, beging er Selbstmord.

 

 


 

 

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