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Erich Mühsam
Berliner Feuilleton
»Nie wieder 1931«

Ein poetischer Kommentar auf die mißratene
Zähmung des Adolf Hitler

Herausgegeben von Heinz Hug

286 Seiten, Broschur
Euro 12,00; SFr 22,00
ISBN 3-924963-50-9

 

Ein Dokument des Kampfes gegen
den politischen Wahnsinn der Zeit
erstmalig in Buchform


Kurzdarstellung

Erich Mühsam schrieb in den Jahren 1931 bis 1933 unter dem Pseudonym »Tobias« politisch-satirische Beiträge für Ulk, die Wochenbeilage des Berliner Tageblatts. Diese literarisch und zeitgeschichtlich bedeutsamen Artikel und Verse werden in der vorliegenden Ausgabe erstmals in Buchform publiziert. Zusammen mit dem zeitgeschichtlichen Kommentar des Herausgebers ist dieses Buch ein einmaliges Dokument für den Kampf gegen den politisch-ideologischen Wahnsinn der dreißiger Jahre.

Inhalt

Einleitung
1. Berlin: Der neue Bürgermeister | Berliner Frühling | Verwaltungsreform | Hallo, Chaplin!
2. Das zweieinhalbte Reich: Weimarasmus | Welche Wendung! | Volksbegehren | Der granitne Adolf
3. ... macht Hitlers Lorbeerkränze welk: Ballade vom Obernazi | Nazi-Krach | Farbenspiel
4. Weine nicht, Königin: Abschied von Spanien | Spanien
5. Ich war ja stets der Überzeugung: Franzen, der Retter | Skat-Pause | Stammtischrede | Deutscher Stammtisch | Exzellenz als Erzieher | Laßet das Herz sprechen!
6. Butter steht hoch im Preis: Kein Hüsung | Lied des Zufriedenen | Leipziger Straße | Opfer | Spare nicht am falschen Ort! | Herbst 1931
7. Aufrüstung: Schenkt Gasmasken!
8. Ausland, gib uns noch Kredit: Empfindsame Reise | Still halten! | Nächstenliebe | Segen der Weltordnung | Ferien | Schüttelschreie
9. Zeitgenossen: Lujo Brentano | Der Märtyrer
10. Bayern und Saupreiß'n: Tuntenhausen
11. Die Zeit der magern Kühe: Pleite auf Erden ... | Berliner Verkehr | Wirtschaftsbeirat
12. Das Hakenkreuz weht kühn voran: Hep hep! | Jedem das Seine | Drittes Reich auf Stottern | Abtrift
13. Vorläufige Bilanz: Nie wieder 1931 | Prosit 1932!
14. Fernöstlicher Faschismus: Der schwarze Drache
15. Das Adelskabinett: Der neue Kurs | Los von der Wohlfahrtsanstalt! | Elegie auf Herrn von Papen | Die Fahrt ins Blaue | Grundsätzlich neu
16. Justiz: Gleiches Recht
17. Wie stark sind die Nazis?: Baumblüte | Fahrt in den Nebel | Geburtswehen | Das Harzburger Patent
18. Astrologie: In den Sternen steht es geschrieben ...
19. Die Kanzlermacher am Werk: Abwarten! Stillhalten! | Hoffen und Harren | Tempo! Tempo! | Verwaltungsumbau
20. Der apokalyptischen Tanz beginnt: Kulissenschieber | Fasching 1933
21. Einfälle, Irrtümer und Bauchrednereien: Der Einfall | Festung | Irrtum | Schmidts Ferienreise | Währ-Wirrwar | Die magere Kuh | Der älteste Mensch | Der Bauchredner | Rote Haare | Abschied | Harro, der kühne Dichter
Anhang: Erläuterungen zu den Gedichten | Chronologischer Publikationsnachweis | Literatur | Personenverzeichnis
Heinz Hug: Erich Mühsam – Das Leben eines Anarchisten

Zum Autor

Bild Erich Mühsam Erich Mühsam, geb. 1878 in Lübeck, ermordet 1934 im KZ Oranienburg. Wenn jemandem das Verdienst zukommt, das gleichsam literarisch-kulturrevolutionäre wie politische Erbe der Friedrichshagener fortgeschrieben zu haben, so kommt es sicherlich dem Dichter und Anarchisten Erich Mühsam zu, eine der farbigsten und zugleich menschlich sympathischsten Gestalten der deutschen Literatur in den ersten drei Jahrzehnten dieses Jahrhunderts. Sehr bewegt gestaltet sich sein von zahlreichen politischen Haftstrafen unterbrochener Lebensweg. 1900 kommt der aus einer Lübecker Apothekerfamilie stammende Erich Mühsam als Apothekergehilfe nach Berlin, wird zum Leidwesen der Familie freier Schriftsteller, anarchistischer Agitator, Redakteur, Kaberettist und Bohemien. Er trifft in der Neuen Gemeinschaft auf die Friedrichshagener und Berliner Avantgarde und schließt Freundschaft mit Landauer, Weidner, Hille, Scheerbart. 1902 zieht Erich Mühsam selbst nach Friedrichshagen. 1904-1909 seine »Wanderjahre« als Bohemien, die ihn vor allem nach Wien, hier trifft er u.a. auf Karl Kraus, nach Ascona und Paris führen. 1907 schreibt er sein berühmtestes Gedicht Der Revoluzzer, eine Satire auf den Reformismus der SPD. 1909 läßt Mühsam sich in München nieder, gibt ab 1911 eine eigene Zeitschrift Kain. Zeitschrift für Menschlichkeit heraus und gilt als Attraktion der Schwabinger Boheme. Pazifistisch-revolutionäre Propaganda während des Krieges, führender Kopf in der Bayerischen Revolution 1918, Mitglied der Münchener Räterepublik. Nach Niederschlagung der »anarchistischen Schriftstellerrepublik« wird Mühsam in einem Hochverratsprozeß zu 15 Jahren Festungshaft verurteilt. Er verfaßt während dieser Zeit u.a. das Revolutionsdrama »Judas«, das 1921 in Mannheim seine Uraufführung erlebt und 1928 auch von der Piscator-Bühne übernommen wird. Aufgrund einer Amnestie Haftentlassung im Dezember 1924. Als unbeugsamer Revolutionär und Verfasser revolutionärer Lieder ist Mühsam zu Beginn der 20er Jahre weit über anarchistische Kreise hinaus in der Arbeiterschaft populär. Mühsam lebt nun mit seiner Frau Zensl in Berlin, setzt sich unermüdllich für politische Gefangene im ganzen Reichsgebiet ein, gibt von 1926 bis 1931 erneut eine Zeitschrift Fanal heraus, schreibt 1928 sein Drama Staatsräson. Ein Denkmal für Sacco und Vanzetti und warnt als Redner und Publizist hellsichtig vor dem aufkommenden Faschismus. Mühsam wird noch in der Nacht des Reichstagsbrandes verhaftet und nach einem Leidensweg durch mehrere KZ in der Nacht zum 10. Juli ermordet. Seine Frau Zensl emigriert in die Sowjetunion, überlebt trotz Gefangenschaft die Stalinzeit und stirbt in den 50er Jahren vergessen in der DDR.

Heinz Hug lebt als Lehrer, freier Schriftsteller und Herausgeber in der Schweiz.

 

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